Skip to main content
Womanart

Ist Gott in Wahrheit eine Frau?

Und war Eva vor Adam auf unserer Erde?

“Die Erschaffung Evas“ setzt neue Zeichen

Stuttgart, September 2010

Das Gemälde “Die Erschaffung Evas“ der Woman Art UG, Stuttgart, soll alte Denk- und Bildmuster aufbrechen und aktualisieren >> weiterlesen

 

Von Boxenludern und dem wahren Kern

Stuttgarter Nachrichten am 27. September 2010

Montagsgespräch: Sabine Kienle ist überzeugt, dass Gott in Wahrheit eine Frau ist

 

Manche Menschen vergöttern glänzende Oldtimer. Jahrzehntelang bewegte sich Sabine Kienle >> weiterlesen

Ist Gott in Wahrheit eine Frau?

Und war Eva vor Adam auf unserer Erde?

“Die Erschaffung Evas“ setzt neue Zeichen

Stuttgart, September 2010

Das Gemälde “Die Erschaffung Evas“ der Woman Art UG, Stuttgart, soll alte Denk- und Bildmuster

aufbrechen und aktualisieren.

Als Symbol für die moderne, emanzipierte und aufgeschlossene Frau ließen wir “Die Erschaffung Evas“ entstehen, eine Neufassung von Michelangelos Bild “Die Erschaffung Adams“. Die Zeit des Patriarchats, der Vorherrschaft des Mannes, neigt sich dem Ende zu. Es ist Zeit für visuelle Veränderungen, Zeit für neue Sichtweisen und so brauchen wir im Zeitalter der beginnenden Gleichberechtigung neue Bilder“, verkündet Sabine Kienle, Geschäftsführerin WomanArt.

Michelangelo malte an dem Deckenfresko “Die Erschaffung Adams“, das als Vorlage für “Die Erschaffung Evas“ diente, in der Sixtinischen Kapelle in Rom von 1502 bis 1512. Seine Motive wurden von seinem Auftraggeber, dem Papst, vorgegeben. Selbst wenn Michelangelo eine Göttin hätte malen wollen, wäre das sein gesellschaftlicher Ruin gewesen. Eine Göttin zu malen, wäre damals einer Gotteslästerung gleichgekommen. Bilder prägen Gedanken und Vorstellungen. Daher wollte die Kirche ihre auf dem Patriarchat aufbauende Machtstellung entsprechend dargestellt wissen. Nach Ansicht der Woman Art UG müssen im Zeitalter des Wandels bestehende Schlüssel-Bilder neu gemalt werden, um bei den Menschen neue zeitgemäße Gedanken entstehen zu lassen.

“Die Zeit ist gekommen, Gott auch als Frau darzustellen und zu zeigen, dass der erste Mensch auch eine Frau gewesen sein könnte. Lebten wir in einem Matriarchat statt in einem Patriarchat, wäre es schon immer so gewesen. Gott und Adam mussten jedoch bisher Männer sein. Andere Darstellungen wären in einer von Männern dominierten Welt nicht akzeptiert worden. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kommt jedoch nur dann voran, wenn sich diese nicht nur in Worten ausdrückt, sondern vor allem in Schlüsselbildern“, schildert Sabine Kienle, Ideengeberin für Woman Art UG, die Gedanken zur Entstehung des Motivs “Die Erschaffung Evas“. Weiter ist sie der Ansicht, dass “Männer ihren “Herrschaftsanspruch“ aus der Stellung der Frau in den Religionen ableiten. Daher müssen zuerst die religiösen Bilder neu und zeitgemäß dargestellt werden.“

Seit Urzeiten beauftragen Meinungsbildner Künstler, um bestimmte Standpunkte bildhaft darstellen zu lassen. Teilweise lebensgroße Gemälde verdeutlichen die Ansichten der Gelehrten und der Kirche, um sie dem Volk glaubhaft näher zu bringen. Das männliche Wesen verkörpert stets positiv gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen, Frauen hingegen wurden besonders im Mittelalter als Dienstmägde, Musen oder Hexen dargestellt. Im heutigen Zeitalter der Gleichberechtigung ist diese Sichtweise veraltet. Frauen leisten einen deutlich positiven Beitrag in unserer aktiven Gesellschaft. Sie prägen inzwischen auch ehemalige Männerdomänen, wie z.B. Forschung und Technik, und stellen sich dem Mann als gleichberechtigte Partnerin in allen Lebenslagen. Daraus ergibt sich die notwendige Logik, dass Schlüsselbilder neu gemalt werden müssen.

Hochwertige Bilderdrucke des Gemäldes “Die Erschaffung Evas“ sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich über www.womanart.de. In Kürze wird das Bildmotiv auch auf Lizenzprodukten vertreten sein.

Stuttgarter Nachrichten am 27. September 2010

Von Boxenludern und dem wahren Kern

Montagsgespräch: Sabine Kienle ist überzeugt, dass Gott in Wahrheit eine Frau ist

 

Manche Menschen vergöttern glänzende Oldtimer. Jahrzehntelang bewegte sich Sabine Kienle in dieser Welt aus Lack,Chrom und Leder. Jetzt treibt sie eine andere Frage um: Ist Gott in Wahrheit eine Frau? Sabine Kienle will diese Weltsicht mit überarbeiteten Gemälden klassischer Künstler unter die Leute bringen. Von Klaus Eichmüller

Frau Kienle, wenn Gott eine Frau wäre, waswäre dann das letzte Abendmahl? Eine Zusammenkunft von Jesa Christa und ihren Jüngerinnen?

Das Internet sagt: ’ne Tupperparty. Soll ich darüber lachen? Dieser Witz zeigt, Frauen werden immer noch diffamiert und auf Klatsch und Tratsch reduziert.

Also gut, Spaß beiseite. Sie sind nicht dieErste, die sich fragt, ob Gott in Wahrheit eine Frau ist. Persönlich haben ich mich schon mit 18 Jahren mit diesem Thema beschäftigt. Warum werden Frauen benachteiligt? Warum sollen Frauen in der Kirche schweigen?

Das sind übliche Fragen einer jungen Frau. Mir war früh klar, dass da etwas nicht zusammenpasst. Dabei wurde uns immer erzählt, alle Menschen seien gleich. Mein Unbehagen steckte ganz tief drinnen.

Dann wissen Sie bestimmt, dass die großePhilosophin Wencke Myhre bereits 1993davon träumte, dass Gott eine Frau wäre. Da bin ich aber gespannt.

Sie sang: Dann würde ich fernseh’n, währenddu spülst, na mal seh’n, wie du dich fühlst. Von Wenke gefällt mit besser: „Beiß nicht gleich in jeden Apfel, er könnte sauer sein.“

Den sauren Apfel hat die Menschheit Eva zu verdanken. Das war der Apfel der Erkenntnis, oder?

Die Thesen vom weiblichen Gott kommenaus der Emanzen-Ecke. Sind Sie dort zu Hause? Überhaupt nicht. Emanzipation und Gleichberechtigung ist für mich etwas ganz Normales. Ich habe schon sehr früh das gemacht, was ich wollte.

Sie machen mich neugierig. Ich lebte vier Jahre mit einem ägyptischen Diplomaten in Kairo und bereiste mit ihm die ganze Welt. Bei Besuchen in Gammelshausen haben wir Aufsehen erregt.

Dabei klingt Gammelshausen so locker und gemütlich. Das täuscht. Als ich dort zwei voreheliche Kinder bekam, war das schon ein Skandal.

Später haben Sie den Vater Ihrer Kindergeheiratet und sich den schönen Dingen zugewandt. Unsere Firma restauriert sehr erfolgreich hochwertige Oldtimer.

In der Welt von glänzendem Lack, Chrom undLeder spielen Frauen eine ganz spezielle Rolle. Die Frau ist oft nur schmückendes Beiwerk.

Stichwort Boxenluder. Nein. Die Frauen der vermögenden Kunden sind sehr exquisit und gepflegt. Ich selbst habe mir in der Branche durch harte Arbeit Respekt verschafft.

Mit dem Schraubenschlüssel an der Ölwanne? Sehe ich so aus? Mein Revier war die kaufmännische Leitung. Außerdem bin ich Rallye gefahren. Unter anderem die Mille Miglia. Und das zu einer Zeit, in der es noch kein Navi gab.

Hatten Sie nach 20 Jahren die Oldtimer satt? Nein, ich wollte etwas anderes ausprobieren, mich weiterentwickeln. Ich habe ganz bewusst die Komfortzone verlassen.

Jetzt sind Sie auf der Suche nach der weiblichen Gottheit. Dieses Thema war immer in mir drin.

Die Allmacht der Männer und ihrer Götter hat Sie angekotzt? Männer leiten ihren Herrschaftsanspruch aus der Stellung der Frau in den Religionen ab. Männer sind die Macher, Frauen treten nur als Gebärende, als Mütter, als Huren, als Dienstmägde oder als Hexen auf.

Wie wollen Sie dieses Bild korrigieren? Beim Besuch der Sixtinischen Kapelle hat es bei mir geklingelt. Michelangelo malte am Anfang des 16. Jahrhunderts bei seiner Erschaffung des Adams selbstverständlich einen männlichen Gott.

So steht’s in der Bibel. Das Evangelium der Maria Magdalena liest sich anders. Aber die Kirche hat diese Frau immer diffamiert.

Glauben Sie, dass es reicht, MichelangelosGemälde mit einer Göttin und einer Eva zu modifizieren? Bilder sagen mehr als tausend Worte. Bilder prägen Gedanken und Vorstellungen. Die nächste Mädchengeneration, die mit solchen veränderten Bildern aufwächst, wird ein völlig neues Selbstbewusstsein entwickeln.

Ihr Bildersturm geht weiter? Demnächst wird das Abendmahl weiblich.

Bald hängt also eine Frau am Kreuz, Buddhabekommt Brüste und Mohammed eine Burka. Moment, Buddha ist Religionsgründer, Mohammed ist Prophet, er hätte in der Wüstenhitze bestimmt keine Burka getragen. Wir haben erst einmal Gott, sprich die Göttin, im Blick. Ich und die Firma Woman Art haben bei den Bildern noch viele Ideen.

Wie reagieren eigentlich Männer auf Ihre Bilder?Viele werden schmunzeln. In einer Welt, in der Frauen beschnitten, unterdrückt und wie Vieh verkauft werden, fände ich das blöde und unangemessen.

Dass Sie das weibliche Banner so hochhalten, ehrt Sie.Aber stört es Sie eigentlich nicht,dass der Geschäftsführer der Firma Woman Art ein Mann ist? Ich halte die Lizenzen, er kümmert sich um das operative Geschäft. In anderen gemeinsamen Projekten ist es umgekehrt. Aber in erster Linie ist er mein Lebensgefährte.

Zu etwas sind Männer also doch gut. Ich will Ihnen eines verraten: Ich habe nichts gegen Männer. Im Gegenteil, ich mag Männer.

Zur Person

Sabine Kienle

- Am 15. April 1959 wird Sabine Kienle in Deggingen nahe Geislingen geboren.

- Sie wächst in Gammelshausen auf und geht in Bad Boll zur Schule.

- Ausbildung zur Technischen Zeichnerin.

- Ihre Söhne sind 20 und 22 Jahre alt.

- 2010 gründet Sabine Kienle in Stuttgart mit ihrem Lebensgefährten Roland Hensel die Unternehmergesellschaft Woman Art, die Frauen in Gemälden namhafter Künstler in den Mittelpunkt rücken will. (eim)